Zeiler Baudenkmäler

Hauptstraße 34

  • Hauptstraße 34

    Die Komplettrenovierung ist fast abgeschlossen (Oktober 2017)

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    Ansicht 2016, vor dem Umbau

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    Die Bohlenbalkendecke, datiert auf 1598 (vor der Renovierung 2017)

Hauptstraße 34

Das äußerlich eher unscheinbare Haus, an dem der Zahn der Zeit sichtbar genagt hat (Stand 2016), hat ein überaus schützenswertes "Innenleben": Eine Bohlenbalkendecke (s. Bild 2), die durch dendrochronologische Untersuchungen auf 1598 datiert werden kann - und somit älter ist als manches Gebäude rund um den Marktplatz! Fassade und Außenmauer stammen allerdings aus neuerer Zeit, sind dem 18. Jahrhundert und sogar dem späten 19. Jahrhundert zuzuordnen. Lange Zeit hat die Stadt Zeil vergeblich versucht, einen Weg zu finden, wie das Gebäude vor dem Verfall gerettet werden kann. Nun ist ein Investor gefunden, der sich des interessanten Baudenkmals annimmt. Im Frühjahr 2017 hat man mit Renovierungsarbeiten begonnen. Im Oktober wurde bereits das Gerüst entfernt - und das Haus erstrahlt nun in neuem Glanz.

Der zweigeschossige Halbwalmdachbau ist als eines der wenigen Hauptstraßen-Häuser giebelständig. Erwähnenswert an der Fassade sind die profilierten Sandstein-Fenstergewände (im Obergeschoss stichbogig) und das spätklassizistische Türblatt - alles leider in einem halbverfallenem Zustand.

Nicht nur von seiner Bausubstanz her handelt es sich hier um ein interessantes Anwesen, auch seine Nutzungsgeschichte ist bemerkenswert. Im Jahr 1748 wird es erstmals im Häuserverzeichnis (Besitzer David Jud) in seiner Funktion als Judenschule erwähnt. Ein weiterer Besitzer ist im Jahr 1828 Konrad Steininger, der als "Himmelträger" bezeichnet ist, also jemand, der bei Prozessionen den Baldachin tragen durfte. Später wurde es - wie eine kürzlich abgerissene Scheuer belegt - von Bauern genutzt. Vor seinem derzeitigen, jahrzehntelangen Leerstand diente es als Schlosserwerkstatt.