Zeiler Baudenkmäler

Lange Gasse 15

  • Lange Gasse 15

    Ehemaliges Wohnhaus Franz Burgers

Hans Brech - Lange Gasse 15

Das ehemalige Bauernhaus weist zwei Geschosse und zeigt mit der Giebelseite auf den Platz vor dem ehemaligen Unteren Tor (wie das dazu in Ecklage befindliche Haus Lange Gasse 13). Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um ein Mansardwalmdach. Die große Toreinfahrt ist rundbogig und zeigt die Inschrift "G B 1677". Bei "B" handelt es sich offensichtlich um den Namen der Familie Burger, der das Haus in ununterbrochener Generationenfolge bis heute gehört. Ein berühmter Vorfahr ist Franz Burger, der 1869 als jüngster Abgeordneter in den Bayerischen Landtag einzog und ab 1875 dreißig Jahr lang Zeiler Bürgermeister war.

Eidloth

Ackerbürgerhof, Haupthaus am Scheitel der Tordurchfahrt bez. "G. B[urger] 1677". Giebelständiges, 1-geschossiges, verputztes Massivhaus mit Mansardhalbwalm. Sandsteineckquaderung, Tordurchfahrt mit Sandstein-Rundbogen. Hofanlange: Sandsteinscheune und Stall mit Fachwerkobergeschoß, beide wohl noch 17./18. Jh. (Quelle: asz, S. 47)

Leisentritt Spaziergang

In dem zurückversetzten Anwesen lebte im 17. Jahrhundert der berühmte Zimmermann Jörg Hofmann. Ein weiterer - über die Grenzen Zeils hinaus - bekanntgewordener Zeiler bewohnte dieses Haus von 1836 bis 1920: Franz Burger. Er war nicht nur Bürgermeister dieser Stadt. Zwei Perioden gehörte er dem Deutschen Reichstag in Berlin an, weshalb damals alle Schnellzüge in Zeil anhielten. 50 Jahre lang wirkte er als Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Der spätere Ökonomierat war auch Mitglied jenes Ausschusses, der die Entmündigung des Märchenkönigs Ludwig II. zu prüfen hatte. Einem engen Vertrauten sagte er später nur, daß der König geisteskrank war. Angesichts der herrlichen Bauwerke (Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee) sollte man aber dem verschwenderischen Monarchen Nachsicht entgegenbringen. Es hat in der Geschichte wohl "verrücktere" Gestalten gegeben, die durch angezettelte Kriege der Nachwelt nur Unglück hinterlassen haben. (Quelle: Ein Spaziergang durch Zeil, S. 41)