Zeiler Baudenkmäler

Stadtmauer Abschnitt Südwest (Grabengärten)

  • Grabengärten

    Blick von den Grabengärten auf Finanzamt und Stadtturm

  • Zweidler-Plan

    Zweidler-Plan: Stadtmauer mit breitem Wassergraben

  • Greifengässchen

    Am Greifengässchen

  • Türmchen

    Der besterhaltene Turm (neben Finanzamt)

  • Grabengärten

    Turm an den Grabengärten

  • Grabengärten

    Grabengärten Höhe Brauhausgasse

  • Grabengärten

    Grabengärten Höhe Brauhausgasse

Hans Brech Stadtmauer Grabengärten

Entlang den Grabengärten verläuft das mit Abstand längste und am besten erhaltene Stück der Zeiler Stadtmauer. Es sind noch fünf Schalentürme vorhanden, einer sogar mit (wiederhergestelltem) Dach und "Wächterstube". Auch in der Brüstungshöhe ist mehr erhalten als an den anderen Abschnitten (bis zu 7 m). Sehr gut zu erkennen sind an einigen Stellen noch die Reste des ehemaligen Wehrgangs, der in ca. 4 m Höhe verlief. Vor der Mauer lag einst ein breiter Graben, der durch eine Ableitung des Krumbachs (der Altach) mit Wasser gefüllt war. Ein Überbleibsel davon ist heute der Stadtsee und auch der kleine Bewässerungsgraben, der durch die Grabengärten von der Altach her den Stadtsee speist.

Leider keine guten Zukunftsprognosen gibt es für diesen Abschnitt der Stadtmauer. Wie besonders zwischen Finanzamt und Grabengärten-Durchgang sichtbar ist, neigt sich die Mauer stark nach außen (s. Bild 1). Diese Bewegung dauert an und ist aus heutiger Sicht kaum aufzuhalten. Ursache ist - ähnlich wie beim Turm von Pisa - der feuchte, weiche Untergrund. Einsturzgefährdet ist die Mauer aber auf absehbare Zeit noch nicht.

Gunzelmann

Das besterhaltene und längste Stück der Stadtmauer mit fünf Schalentürmen, Konsolen mit Rundbögen für Wehrgang, Höhe gegenüber Grabengärten 6-7 m. Durchgang zum ehemaligen Graben, neuere Durchgänge zu den Privatgärten. (Quelle: SDU)

Zum Zweidler-Plan (Bild 2):

Interessant ist, von welcher Länge und Breite einst der gegenwärtig auf einen bescheidenen Umfang zusammengeschrumpfte "Stadtsee" noch vor 400 Jahren war. Wie ein Halbmond umspannte er den Zug der Südmauer vom Krumbach aus bis an den beginnenden Anstieg der Mainterrasse westlich der Stadt, ein durchaus zweckmäßiges Annäherungshindernis. Von einer auf dem Bild nicht sichtbaren Maueröffnung, wohl dem "Lauerpförtchen", führte ein kurzer Steig zu einem langen Holzsteg, der den See überspannte. Ihn grenzte gegen die Mainaue hin ein fester Zaun ab. (Quelle: CHR, Bd. 1, S. 135)

Universität Bamberg

Die Stadtbefestigung ist umlaufend und wird lediglich durch eine Reihe von Schalen- und geschlossenen Türmen unterbrochen. Von den einstmals zwei Stadttoren für Fuhrwerke und zweien für den Fußverkehr ist keines mehr erhalten. Die ehemaligen Positionen sind jedoch im Stadtgrundriss nach wie vor deutlich ablesbar. Die Stadtmauer bildet immer noch den Rand der altstädtischen Bebauung, welche die Stadtmauer an einigen Stellen (vor allem im Osten, in der Entenweidgasse oder der Bachrahm) einbindet. Im Westen des Stadtkerns ist die Mauer weitestgehend freigestellt, da sich östlich der Befestigungsanlage der Stadtmauerweg, westlich die Grabengärten anschließen. Durchbrüche durch die historische Substanz der Mauer ermöglichen heute die Erschließung der Kleingärten. Eine städtebauliche Aufweitung einer ehemaligen Torsituation findet vor allem im Süden statt, am dortigen Ende der Hauptstraße. Durch moderne Bebauung wird dieser Ortseingang ahistorisch geöffnet, anders als dies beispielsweise in der Langen Gasse der Fall ist. (Quelle: SDU)