~100.000 v. Chr. Altsteinzeitliche Werkzeuge des Neandertalers (am Kleinen Knetzberg).
60.000 - 1.800 v. Chr. Nachweise für Besiedlung des heutigen Zeiler Gemeindegebietes, u.a. auf dem Kapellenberg (Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit).
1.800-800 v. Chr. Bronzezeitliche Funde im Maintal bei Zeil.
bis ca. 0 Besiedlung der Gegend durch Kelten (Bronze-, Eisenzeit).
ca. 0 - ca. 500 Germanische Besiedlung: Von Norden her durch Elbgermanen, später durch Thüringer. Von Süden her durch Alemannen. Dabei erfolgte sicherlich eine Integration von Teilen der keltischen Vorbevölkerung.
ca. 500-1018 Ab ca. 500 Besiedlung durch merowingische Franken. Auch slawische Ansiedlungen (z.B. Knetzgau). Anfangs Herausbildung einer fränkischen Oberschicht, bald aber Durchmischung bzw. Nebeneinander der vielen verschiedenen Völkerschaften, was sich noch heute im "Flickenteppich" der zahlreichen fränkischen Dialekte wiederspiegelt. In dieser Zeit dürfte die eigentliche Gründung Zeils erfolgt sein, wie aus der sprachlichen Form des ersten bekannten Namens "Zilin" hervorgeht. Archäologische (oder gar schriftliche) Nachweise wurden zwar noch nicht gefunden, allerdings ist die sprachwissenschaftliche Deutung schlüssig.
1018 Schriftlich erscheint die "curtis Zilin" als landwirtschaftlicher Großhof der Markgrafen von Schweinfurt erstmals in den Annalen. Der Siedlungkern lag damals wohl im heutigen Bereich Marktplatz-Kirchplatz-Kaulberg. Erwerb durch Kaiser Heinrich II. und Weitergabe als Schenkung an das Bamberger Kloster Michelsberg.
1132 "Friderich de Zile" ist Ministeriale des Bamberger Bischofs in Zeil.
vor 1139 Befestigte Gebäude auf dem heutigen Kapellenberg (für den Ministerialen des Bischofs).
1196 Mehrere bäuerliche Anwesen und des Bamberger Bischofs "alte Wohnung zu Zeil" wird dem Kloster Michelfeld (Oberpfalz) übereignet. Zu dieser Zeit bestand schon eine kleine Siedlung mit einer Kirche (am heutigen Platz, Johannes dem Täufer geweiht). Die Kirche war von Anfang an (bis heute) dem Bistum Würzburg unterstellt!
1250 Erste urkundliche Erwähnung eines "Castrum Zilanum", also einer "Zeiler Burg", wohl auf dem heutigen Kapellenberg. Burgherrr war Ludwig von Rotenha(ge)n. 1259 Rückkauf durch den Bamberger Bischof.
Mitte 14. Jh. Bau der ersten Kirche St. Michael (an Stelle der dem Johannes Baptista geweihten Vorgängerkirche). Östlicher Chorturm und Sakristei im heutigen Bestand. Eine Glocke trägt die Jahreszahl 1379. In diese Zeit fällt auch der Bau des ersten Rathauses.
1379 Der Bamberger Bischof gibt die Erlaubnis zum Bau einer Wehrmauer. In diesem Schreiben wird Zeil zum ersten Mal als "Stadt" bezeichnet ("... Graben der umb die stat gehet ..."). Die Stadtmauer wird um 1430 fertiggestellt.
1383 In einer Urkunde König Wenzels von Böhmen wird Zeil ebenfalls als Stadt bezeichnet ("Czeil Burk und Stat"). Damalige Einwohnerzahl geschätzt: 250.
1397 König Wenzel gibt die Erlaubnis zum Abhalten dreier Märkte pro Jahr. 50 Jahre später wird ein vierter Markttag gewährt. Dies gilt bis heute.
1421 Erster Nachweis des Zeiler Stadtwappens (entspricht dem Wappen des Hochstifts Bamberg). Das heutige "Beizeichen", der rote Angelhaken, entspricht dem Wappen des damaligen Bamberger Bischofs. In dieser Form erscheint das Wappen auf einem Siegelnachweis ebenfalls im 15. Jahrhundert.
um 1430 Errichtung der Burg Schmachtenberg durch das Hochstift Bamberg. Mehrere Zerstörungen und Wiederaufbauten in den folgenden Jahrhunderten. Verfall seit dem 17. Jahrhundert.
1448 Einweihung der Kreuzkapelle im Friedhof (damals außerhalb der Stadt)
spätes 15. Jh. Bau der Annakapelle am Kirchplatz
1524 Auseinandersetzung zwischen Anhängern Luthers und der katholischen Geistlichkeit
1525 Bauernkrieg: Bauern und Bürgerschaft plündern und verwüsten u.a. die Burg Schmachtenberg. Rädelsführer werden später in Bamberg enthauptet. Das "Castrum Zilanum" auf dem heutigen Kapellenberg existiert wohl schon nicht mehr.
1540 Fachwerkobergeschoss des Rathauses auf älteren massiven Untergeschossen.
1598 Im Zuge der Gegenreformation wurden die zahlreichen Lutheraner vom Hochstift Bamberg gezwungen, entweder Zeil zu verlassen oder zum katholischen Glauben zurückzukehren. Die meisten entschieden sich für letzteres.
1598 Bildliche Darstellung Zeils auf dem "Zweidler-Plan". Gut zu erkennen die Kirche, der obere und der untere Torturm, der breite Wassergraben in den heutigen Grabengärten, die Altach mit den ersten Häusern der "Vorstadt" sowie die Weinlage auf dem heutigen Kapellenberg.
1611 Pest in Zeil mit ca. 100 Toten.
1616 - 1631 Starke Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg. In Zeil Einrichtung eines Gerichts zur Aufspürung, Festsetzung, Verurteilung und Hinrichtung der angeblichen Hexen und Hexenmeister. Während der Hexenverfolgung sank die Einwohnerzahl von ca. 800 auf ca. 150! Auch der Krieg, die Pest und mehrere Missernten forderten in dieser Zeit viele Menschenleben.
1631 Einmarsch der Schweden, verbunden mit hohen Geldforderungen an die Zeiler. Ende der Hexenverfolgung.
1695 - 1705 Bau des fürstbischöflichen Jagdschlosses (heutiges Finanzamt)
1713 - 1732 Neubau der katholischen Stadtpfarrkirche St. Michael. Zeil zählte zu dieser Zeit 800-1000 Einwohner.
1796 Einnahme Zeils durch die französische Revolutionsarmee
1803 Zeil fällt im Rahmen der Säkularisation ans Kurfürstentum Bayern, dann an den österreichischen Erzherzog.
1806 - 1815 Mehrmals Durch- bzw. Vorbeimarsch von Truppenverbänden im Rahmen der napoleonischen Kriege (Franzosen, Russen). Zeil hatte sehr hohe Kosten für deren Verpflegung zu tragen.
1814 Zeil fällt endgültig an Bayern.
1825 Im Rathaus wird eine Schule (2 Klassen für 189 Kinder) eingerichtet.
1852 Zeil wird ans Schienennetz angeschlossen.
1850 - 1900 Industrieller Aufschwung (Steinmetzbetriebe, Steinbrüche, Pappmachéfabrik, Weberei ERBA
1914 - 1915 50 Zeiler Soldaten fallen im 1. Weltkrieg.
1927 Gründung einer NSDAP-Ortsgruppe
10.04. 1945 Zeil wird kurz vor Ende des Krieges von Amerikanern mit Phosphorbomben angegriffen. Zerstörungen v.a. in der unteren Altstadt und am Mittelweg.
12.04. 1945 Der nationalsozialistische Volkssturm sprengt die Mainbrücke. Dann aber: Übergabe der Stadt an die Amerikaner.
1945 210 tote oder vermisste Bürger Zeils durch den 2. Weltkrieg.
1946 Wiederaufbau der Mainbrücke
1948 (-1980) Rudolf Winkler Bürgermeister der Stadt Zeil.
1959 Beginn des Baus der Zuckerfabrik (zu Blütezeiten bis zu 500 Beschäftigte).
1965 Bau des Milewski-Möbelwerks (später allmilmö, Mitte der 80er Jahre 1500 Beschäftigte). Zeil baut die neue Hauptschule und legt den Hainfriedhof an.
1985 Bau des Rudolf-Winkler-Hauses mit Stadtbibliothek.
2011 Eröffnung des Dokumentationszentrums Zeiler Hexenturm.